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06.02.2018, 15:35 Uhr | Heinrich Kaiser, Münsterländische Tageszeitung
Cloppenburg führt beim digitalen Lernen
Landesvorsitzender des Lehrerverbandes VBE fordert auf Fachtag mehr Geld für Medienbildung in Grundschulen
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach vor 130 Zuhörern im Cloppenburger Kreishaus. Der Politiker betonte, dass Medienbildung in Grundschulen von großer Bedeutung sei.
Unsere beiden Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Christoph Eilers mit Minister Grant Hendrik Tonne (Mitte)
Cloppenburg - Mehr Geld für die digitale Bildung an Grundschulen hat der niedersächsische Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Franz-Josef Meyer, gestern in Cloppenburg gefordert. "Beim digitalen Lernen kommen wir nur sehr langsam voran, obwohl die große Bedeutung der Medienbildung unbestritten ist. Es liegt vor allem am Geld, bisher jedenfalls, teils aber auch am politischen Willen", sagte Meyer auf dem Grundschultag im Cloppenburger Kreishaus, wo Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) als Redner auftrat.

Für die Ausstattung der Schulen mit Hardware seien die Schulträger verantwortlich. Doch wenn schon das Geld nicht reiche, um die Schulen instand zu halten, sei für die digitale Ausstattung kein Geld mehr da. "Die Kommunen müssen die Voraussetzungen für den digitalen Wandel in den Schulen schaffen: Anschluss ans schnelle WLAN, Ausstattung mit schulspezifischer Hard- und Software und eine verlässliche Systemadministration. Da sind die Kommunen landesweit sehr unterschiedlich aufgestellt. In unserer Region ist etwa der Landkreis Cloppenburg vorbildlich aufgestellt, der Landkreis Vechta hinkt weit hinterher", erklärte Meyer. Er forderte vom Land verbindliche und auf jedes Fach abgestimmte Vorgaben, wie digitales Lernen in die Lehrpläne eingearbeitet werden könne, sowie Personalstunden für die Systembetreuung in den Grundschulen.

Tonne betonte, dass die Vermittlung von Medienkompetenz von großer Bedeutung sei. Die Themen Digitalisierung sowie Medien in Kitas und Schulen einzubeziehen, sei eine logische Fortführung dessen, was in der Gesellschaft passiere. Schnelles Internet, eine gute Ausstattung der Schulen sowie Aus-und Weiterbildung der Lehrkräfte seien Voraussetzungen dafür. "Wir müssen den Kindern Chancen und Risiken der digitalen Medien näher bringen", sagte der Minister. Dabei dürften aber analoge Medien wie das Buch nicht vernachlässigt werden.

Dass digitale Medien wie Tablets oder Smartphones zur Lebenswirklichkeit von Kindern gehören und deshalb auch in Kitas und Grundschulen eine Rolle spielen sollten, erklärte die Pädagogin Sabine Eder vom Verein "Blickwechsel". "Die Vorstellung von einer medienfreien Kindheit ist utopisch. Es bedarf aber einer kindgerechten Begleitung", sagte Eder. Kinder hätten ein Recht auf Medienbildung. Dabei seien Bildungseinrichtungen und Eltern gleichermaßen gefordert. Kinder müssten lernen, ihre Kritikfähigkeit auszubauen, Risiken des Internets einzuschätzen, Regeln und Gesetze zu beherzigen und verantwortungsbewusst mit persönlichen Daten umzugehen.

Cloppenburgs Erster Kreisrat, Ludger Frische, hatte zuvor die 130 Teilnehmer der Fachtagung für Grundschulpädagogen begrüßt. Digitalisierung und Medienbildung seien im Kreis Cloppenburg wichtige Bausteine des Bildungssystems. Neben den unterversorgten Schulen in Trägerschaft des Landkreises würden auch 56 Schulen der Städte und Gemeinden mit Glasfaser versorgt. Frische verwies auf den Medienentwicklungsplan des Landkreises. Anschaffung und Einsatz von. Medien soll demnach grundsätzlich ein Konzept zugrunde liegen und die Ausstattungen der jeweiligen Schulformen aufeinander aufbauen. Das . Konzept könne für andere Landkreise zukunftweisend sein, so Frische.